Herzlich willkommen bei

 

 K  Ö  H  L  E R  R  B  U  C  H


                           Telefon: 02202-9276125
                      E-mail: Koehlerbuch@web.de
        Adresse: Joachim Winsmann, R.-Zanders-Straße 98a
                        51469 Bergisch-Gladbach

Willkommen auf meiner Homepage!

 

Hier werden sie über die Arbeit meines Autoren-Verlages "KÖHLERBUCH" informiert, der es sich zur Aufgabe gemachtt hat, die Memoiren der DEKABRISTEN in die deutsche Sprache zu übertragen und on demand zu publizieren. Daneben enstehen auch andere Titel, die vielleicht interessieren, u.a. ausgewählte  Nachauflagen und Neubearbeitungen aus dem Archiv der Verlagsbuchhandlung Alexander Köhler, die 1869 in Dresden gegründet wurde und in deren Tradition ich mich verstehe, da ich die Firma 1985 übernahm. Hierzu gehört der  Titel von Fr. Rochlitz: "Tage der Gefahr" über die Zeit der Völkerschlacht bei Leipzig, an der viele künftige Dekabristen des Jahres 1825 teilnahmen. "Die Stiftsfehde zu Mainz" ist eine Erzählung von Oskar Höcker aus der Zeit Johann Gutenbergs, die auch heute noch lesbar ist  ( zuerst erschienen um 1910 in der Schreiter'schen Verlagsbuchhandlung, Berlin, lfb. über den Buchandel).

Aber es gibt auch eigene Titel, wie z.B. "Mein Feodossia", "Begegnungen" (vergriffen) oder "Tagesfahrten".

Der Vertrieb erfolgt in der Regel unter meinem Namen über www.neopubli.de, bzw. epubli. Auf vorgenannter Plattform sehen Sie, welche Titel derzeit über den Buchhandel lieferbar sind (www.epubli.de/J.Winsmann). Für alle, die nicht wissen, wer die Dekabristen sind, möchte ich vorab sagen, daß es zum Teil der Freundeskreis des russischen Nationaldichters Alexander Puschkins war. Und wer den Autor des Eugen Onegin nicht kennt, sollte diese Seite schnell wieder verlassen, da die Werkkenntnis und die Biographie A. Puschkins u.a. eine Voraussetzung zum Verständnis der Dekabristen-Literatur ist.

In einer Zeit, wie wir sie gegenwärtig erleben, ist es gut, sich auf die Spur vergessener WERTE zu begeben. Dabei müssen die Uhren etwas zurück gestellt werden - so weit, dass wir in das Jahr 1826 kommen, denn im Sommer jenen Jahres standen in Russland junge Menschen vor Gericht, die aus den Schrecken des Krieges gelernt hatten und eine parlamentarische Grundordnung in ihrer Heimat einfordern wollten: in Russland. Warum sollte man davon etwas wissen? Einfach deshalb, weil jene jungen Menschen zu Beginn des 19. Jahrhunderts über all die Werte verfügten, deren Mangel uns heute krank macht und deren Reste aktuell bedroht scheinen. Jene Menschen, von denen hier die Rede ist, nennt man Dekabristen. Und das, wofür sie gelebt, wofür einige auch gestorben sind, nennt man Demokratie...

 

Bild unten: Das frühere Anwesen der Familie von Iwan Matwejewitsch Murawjow-Apostol auf der Alten Basmannaja-Straße inMoskau, das gegenwärtig von einem entfernten Nachfahren wieder für das Publikum als Ort der Begegnungen nutzbar gemacht wird. (Foto: Vincey, 2013) Bis 2006 war dies die Heimat des Moskauer Dekabristen-Museums.

 

 

Zur Dekabristen-Edition bei KÖHLERBUCH.

 

 

 

Zum Thema der Dekabristen gibt es außer den "Erinnerungen der Fürstin Maria Wolkonsky" (erschienen 1978 im Buchverlag Der Morgen, Berlin) u.a. noch drei Basis-Ausgaben, um sich über das Thema kundig zu machen:

1. "Die Dekabristen" von Michail Sergejewitsch Wolkonsky, dem Sohn des Dekabristen (erschienen in der Übersetzung von W. Jollos im Artemis-Verlag Zürich 1946).

2. "Die Dekabristen - Dichtungen und Dokumente" (herausgegeben von Gerhard Dudek im Insel-Verlag Leipzig 1975)

"Der junge Leutnant Nikolai" von Heinrich Schirmbeck (erschienen 1958 im Claassen Verlag) gehört nicht dazu, da der Autor seiner Phantasie all zu sehr nachgab, über Möglichkeiten eines Geschehens fabulierte, ohne die Fakten ausreichend zu kennen. 

Olga Forschs Buch "1825", Roman einer Verschwörung (von mir gelesen im Jahr 1968/69), sollte den revolutionären Charakter der Dekabristen besonders hervorheben, dessen Tragik sich in J.Tynjanows "Küchelbecker" zeigt - aber nur ganz wenig... Ein Portrait zur Zeit der Verhöre im Jahr 1826 zeichnete Bulat Okudzhawa in "Der arme Awrossimow" - die Abenteuer eines Geheimschreibers. Auch Wolfgang Jojo und Hasso Laudon haben sich an dem Thema versucht, am bekanntesten und zum meist gelesenen Buch (zumindest in der DDR) wurden aber

3.  die "Erinnerungen der Fürstin Maria Wolkonsky", die auch als Insel-Bändchen publiziert wurden.

Diese Bücher gaben mir nach der Lektüre von N.A. Sadonskijs "Hinter den Mauern des Kaukasus" (von mir übertragen ab 1983/84) die Anregung zur Übersetzung weitererer  Dekabristen-Texte, um mir ein möglichst wirklichkeitsgetreues Bild jener Geheimnis umwitterten Persönlichkeiten zu schaffen. Daraus entstand 2003 der Pilot-Band für die Dekabristen-Edition bei KÖHLERBUCH:

"Die Brüder Christi in Russland", den man auch als 4. Basis-Band betrachten darf, weil sich die Texte ergänzen.

Darauf aufbauend entstand meine Dekabristen-Edition.

Was aber ist die Dekabristen-Edition bei KÖHLERBUCH?

Zuerst einmal 6 Bücher in 3 Bänden
(ausgewählte Texte der Dekabristen  in chronologischer Folge der Ereignisse):

Buch 1 :  "Kinder des Jahres 1812"
Buch 2 :  "Der Aufstand vom 14. Dezember 1825"

ISBN: 9783-7375-6194-5  (Band 1)
Buch 3 ;  Haft und Verurteilung der Dekabristen

Buch 4In der Verbannung

ISBN:9783-7375-9898-2  (Band 2)
Buch 5Ausgewählte Briefe der Dekabristen
Buch 6 ;  Nachlass und Erinnerungen

ISBN: 9783-7375-6355-0  (Band 3)

plus Zusatzband Buch 7 (in Arbeit) ;  Das Umfeld der Dekabristen im Portrait , ein Bildband ( über KÖHLERBUCH jederzeit im aktuellen Stand erhältlich). Hinzu kommt durch die freundliche Unterstützung des

Herder-Institutes Marburg (wo die Idee reifte und ich den Kopierer nutzen durfte)

 

"Die Dekabristen von A - Z (ISBN 9783-7375-5802-0), das sog. BOROWKOW-Alphabet

 

Dies wieder veranlasste mich dazu, das Leben jener Dekabristen unter die Lupe zu nehmen, die Memoiren hinterlasssen hatten. Daraus wurden ab Band 8 meine "Beiträge zur Dekabristenforschung":


Buch 8 : Die Familie des Fürsten Grigorij S. Wolkonsky ; ISBN 9783-7375-9534-6

Buch 9: "Zwischen Leben und Tod" Die Erinnerungen des Fürsten Sergei G. Wolkonsky   (588 Seiten)
Buch 10 : Michail Bestushew "Erinnerungen" (ISBN 978-3-7418-2647-3)

Buch 11 : Nikolai Bestushew "Schriften und Briefe" (ISBN 978-3-7418-1549-2)
Buch 12 : Die  Murawjows  , ISBN: 978-3-7418-8214-2

Buch 13Nikita  (ISBN 978-3-7450-7595-3)
Buch 14:    Die Erinnerungen des Baron von Rosen (leicht überarbeitet; ISBN 9783-7418-0545-5)
Buch 15: Erinnerungen & Briefe des Iwan I. Pustschin (erstmals in deutscher Übertragung! ISBN 9783-7375-9546-9)

Buch 16: Erinnerungen & Briefe des Iwan D. Jakuschkin (ISBN 978-3-7450-4877-3), Preis: 47,80  (436 Seiten)
Buch 17: Erinnerungen & Briefe des I. I. Gorbatschewskij (ISBN 9783741873805 )
Buch 18: Die Erinnerungen des Nikolai I. Lorer (ISBN 978-3-7450-3947-4), 380 Seiten pb (24,80)
Buch 19: "Schwere Zeiten"  Die Erinnerungen des Nikolai W. Bassargin; ISBN 9783-7418-0632-2
Buch 20:  "Lunin"  (neue ISBN: 978-3-7450-7042-2), 448 Seiten hc (49,80) 

Buch 21: Rylejew - Poet und Rebell (Fragment), Manuskript-Stand: S. 43
Buch 22: W.K. Küchelbecker (in Arbeit); Manuskript-Stand: S. 125  (2020)
Buch 23: Die Fürsten Trubetzkoi und Obolenskij, Umfang z.Zt.: 160 Seiten (2019/20)
Buch 24: Der Sonderfall Batenkow (seit 01. 11. 2016  lieferbar) ISBN 9783-7375-5802-0

Buch 25:  Die Erinnerungen und Briefe des Alexander V. Poggio  (ab 2019, Manuskriptstand: 285 Seiten)

 

Sonderedition:

 

"Die verlorene Heimat des Fürsten Sergei M. Wolkonsky" (ISBN 9783-7375-6852-4)

 

Hinweis: Bis zum Jahr 2020 ist die Übersetzung der Briefe von Maria und Sergei Wolkonsky geplant (Band 26 ) ! In diesem Jahr werden die Erinnerungen von Sergei Wolkonsky erstmals in deutscher Sprache veröffentlicht. Um den Titel zu bewerben, werden noch Sponsoren gesucht!

 

 

In der Planung:

 

Buch 27: "Die Memoiren des Dmitrij Sawalischin" (2018/19)

Buch 28: P.A. Muchanow "Schriften & Briefe" (2019/20) , zuletzt verlegt im Ost-SibirischenBuchverlag Irkutsk - 1991

Buch 29: Pawel Pestel  (nach dem Titel von N.M. Lebedjew aus dem Jahr 1972 erarbeitet; Verlag "Mysl" Moskau)

Buch 30: Sergei Murawjow-Apostol  (geplant für 2022)

Buch 31: Die Brüder Bobristachew-Puschkin

 

Außerhalb der "Beiträge zur Dekabristenforschung":

M. S. Snamenskij "Entschwundene Menschen" (Teil 1 fertig übertragen, 120 Seiten)

Nikolai Bestushew/N.I. Lorer: "Ein Russe in Paris"  (ISBN s.unten)

 

Mit Fertigstellung von ca 32 Bänden findet meine Dekabristen-Edition im Jahr 2022 voraussichtlich ihren (vorläufigen) Abschluss. Danach werde ich mich intensiv den Korrekturen und der Kommentierung widmen - wenn alles gut geht...

 

 

 


 

 

My beloved Arbeitsplatz bis 1992

 

Bild: Hille (v.l.n.r.:Frau Klaußnitzer, meine Wenigkeit und Frau J. Härtling - Tante des kürzlich verstorbenen Autoren Peter Härtling - gemalt im Jahr 1988)
Collage: Vincey
im Bild oben links: A. Köhler 1849

 

Hier lebten und arbeiteten Menschen,

für die jedes Buch ein Wertgegenstand war.

Das war einmal...

meine Insel.

Die Buchhandlung "WINSMANN" vorm. "Alexander Köhler" (gegr. 1846, s.u.) auf der Tharandter Straße in Dresden in den Jahren 1947 bis 1992.
Vorkriegsbild

Mein Arbeitsplatz heute (Sommer 2017) -

Ist auch nicht ganz schlecht...

Schreiben wollte ich schon immer; aber

ich musste erst viel lernen, bevor ich

damit beginnen konnte. Jetzt läuft es wie

am Schnürchen - Perle auf Perle.

Ich komme von diesem Platz gar nicht

mehr los.

 

Ganz typisch für Perlen ist aber auch,

daß sie immer nur Einer erwerben kann.

 

Aber vielleicht sind Sie es?

 

Eine dieser Perlen ist der Titel

 

" N I K I T A "

 

(diesen Titel  gibt es weltweit nur 1 Mal...)

lieferbar bei epubli.de

ISBN: 978-3-737562263  "Die Dekabristen von A-Z"

Zu bestellen über AMAZON, bzw. epubli.de (s.Seite:Titel)

Sollte im Text hier und da ein Fehler auftauchen, den ich übersehen habe, so bitte ich um Nachsicht und weise darauf hin, daß ich kein professionelles Korrektorat habe. Jeder, der mich auf einen Fehler hinweist, sei schon im Voraus dafür bedankt.

184 Seiten (Erhältlich im Gutenberg-Museum zu Mainz)

Alexander Puschkin und sein Gespräch mit Nikolai I. am 8. September 1826

(Titelbild: N. Gay "I. Pustschin zu Gast bei A. Puschkin", 1874 - wie sich das der Maler vorgestellt hat...)

Remake eines Teils der "Reise des Herrn J.G. Kohl" aus dem Jahr 1840,

überarbeitet und ergänzt. Lieferbar bei epubli und AMAZON seit Februar 2017

(ISBN: 978-3-7418-8815-1) - 24,80 Euro

 

"LUNIN" erscheint überarbeitet im Dezember 2017

Dieser Band ist schon deshalb interessant, weil der Autor zu einer Zeit durch Rußland und Polen reiste, als sich der künftige Zar Alexander Nikolajewitsch mit W. Zhukowskij auf eine längere Reise durch Russland begab, wo er u.a. auch einige Dekabristen traf, jener "Befreierzar", der den Dekabristen schließlich die Freiheit zurück gab. Orte und Personen tauchen in diesem Buch auf, die jedem Puschkin- und Dekabristenfreund bekannt sein sollten.
Ill.:A.Kivcenko (1882)
1. Übertragung um 1900

Mehr als eine Chronik der Verbannung! (Preis: 39,80 Euro)

Eine Äußerung Iwan Pustschins aus dem Jahr 1852:"Die freie Meinungsäußerung bedeutet für jede Gesellschaft, egal welcher Stuktur, eine Art Bürgschaft dafür, dass sie funktioniert."(Aus einem Brief an F.F. Matjuschkin)

So fundamental die Erinnerungen I. Pustschins zur Lyzeumszeit und die frühe Jugend A. Puschkins sind, so fundamental sind auch seine Briefe aus der Zeit ab 1839 für jene Epoche der Dekabristen, da sie das Gefängnis verließen und zur Ansiedlung in verschiedene Orte Sibiriens geschickt wurden. Des Haltes durch die Kameradschaft der Schicksalsgefährten beraubt, verloren einige den Verstand oder kamen bei widrigen Bedingungen um. Andere suchten dennoch nach einem Sinn für ihr Leben und widmeten sich der Ausbildung einer neuen Generation in Sibirien. Das muss man sich einmal vorstellen: diese Menschen waren verbannt, geächtet und ihrer Ehre beraubt! Und was taten sie? Sie sorgten dafür, dass es anderen Menschen einmal besser geht... Das sagt eigentlich alles.

Was gehen uns in Deutschland die Dekabristen an? Mit denen haben wir doch nichts am Hut, könnte man meinen. Außerdem: das ist schon sooo lange her... Was scheren uns die Knackis von 1826, was gehen uns Sibirien oder der Kaukasus an. Feodossia? Nie gehört. Wo liegt das eigentlich? Für mich sind o.g. Personen und Orte Orientierungszeichen, um seelisch gesund durch das Leben zu kommen. Wer auf derartige "Wegweiser" verzichtet, wird schnell zum Spekulanten, lässt sich von der Oberflächlichkeit der daily ups and downs, des in und out zu einer meinungslosen Knete formen, kann nicht widerstehen und tut stets das, was alle anderen auch machen. In der Regel heisst das: andere Menschen hintergehen und übervorteilen, um zu schnellen Gewinnen zu kommen, die sich am Ende als Verlust erweisen. Wie schnell das Geld der Anderen futsch ist, wenn man ohne Bremse über den Laufsteg des Lebens schliddert, braucht man seit Februar 2010 keinem Banker groß zu erklären... Die gefährliche Krise, in der wir immer noch stecken, ist vor allem dadurch bedingt, dass Menschen mit Werten umgehen, ohne ethisch dafür vorbereitet oder geeignet zu sein. Auch deshalb habe ich diese Seite ins Netz gestellt, um all denen Anhaltspunkte, Anregung und Informationen zu geben, die sich mit verantwortungsvollem Geist die Frage stellen: "Welche Werte sind beständig? Welchen Sinn hat mein Leben noch, wenn ich satt bin? Kann ich äußere Krisen durch innere Sicherheiten ausgleichen? Und durch welche?" Etwas Sinnvolles wäre z.B., einmal länger darüber nachzudenken, welche Lebensvorstellungen Menschen in früheren Zeiten hatten, Menschen, die bewusst gelitten haben, damit andere Menschen durch ihr Beispiel geläutert werden und denen, die hungern (auch nach Liebe und Anerkennung!) das geben, wonach sie sich verzehren: saubere Kleidung (Gesundheit), Achtung (Förderung der Persönlichkeit) und jeden Tag genug zu essen. Boris Pasternak hat einmal geschrieben: "Wir alle sind nur in dem Maße Menschen geworden, in dem wir die Menschen liebten oder Gelegenheit hatten, sie zu lieben." Diesen Satz sollte jeder vor dem Aufstehen täglich formulieren und darüber nachdenken, bevor er an sein Werk geht. Wir Menschen existieren nur in der Gemeinschaft. Und für diese Gemeinschaft müssen wir etwas tun, müssen wir aktiv werden - gerade dann, wenn wir satt sind. Die Dekabristen waren solche satten Menschen, die alles hatten. Sie hatten mehr, als wir uns je vorstellen können, denn sie besaßen eine fruchtbare Kultur, kannten noch gültige Maßstäbe, nach denen sie leben konnten, Entscheidungen trafen, welche an den Edelsinn des Menschengeschlechts appellierten. Ihre Namen stehen für die ewige Begeisterungsfähigkeit und den Veränderungswillen der Jugend, aber auch dafür, dass der Mensch im Elend zu einer Größe findet, die schwere Krisen überdauert und bezwingt. Bei aller Unfertigkeit der Dekabristen sollten wir eines nicht vergessen: sie opferten sich nicht zuletzt für uns, weshalb wir heute aufgerufen sind, eine menschliche Kultur neu zu beleben, deren Wert nahezu ausschließlich nach Umsatz und Gewinn gemessen wird. Das ist das Ende menschlicher Kultur! Was aber können wir dem fortschreitenden Abbau kultureller und ethischer Werte entgegensetzen? Wie können wir korrupte und moralisch verkümmerte Geister seelisch wiederbeatmen, ebenso unseren Mut, um dann, wenn es nötig sein wird, all unsere Bequemlichkeiten zu opfern, damit für jene, die nach uns kommen, wieder genug Kultur vorhanden ist, in der sie sich entfalten können, ohne von den Strategien des globalen Marktes gelenkt zu werden und einfach das sind, als was sie geboren wurden: Individuen? Einzelwesen mit eigenen () Prägungen. Oder ist das schon nicht mehr denkbar? Die Antwort muss jeder selbst finden, und dieser Findungsprozes kann (aus meiner Sicht) auch über die Dekabristen führen. Sie haben etwas vorgelebt, sie haben ihr Leben genau in o.g. Sinn verstanden. Sie waren Störenfriede in einer Zeit, da nur wenige das Recht und die Möglichkeiten hatten, ihre Bequemlichkeit zu leben - auf Kosten anderer (natürlich!!!). Man hat sie deshalb weggesperrt - verbannt, damit man sie vergisst. Was taten sie aber? Sie halfen mit, Sibirien zu kultivieren oder riskierten ihr Leben im Kaukasus, bevor sie schließlich taten, wozu sie ausgezogen waren: sie befreiten die Bauern Russlands aus der Leibeigenschaft (indirekt). Sie haben am Ende ihres Lebens nichts von dem wirklich vermisst, was sie aufgaben, aufgeben mussten. Sie hatten alles, was man sich denken kann und gewannen mehr, als sie sich selbst vorstellen konnten: die Liebe unzähliger Nachgeborener.

Wenn Sie Hinweise und Anregungen haben oder einfach etwas bestellen möchten, schicken Sie ihre Mail an: Koehlerbuch@email.de.
2003/4 erschienen -vergriffen

"Die Brüder Christi in Russland" (ISBN 3-8334-1061-2)

Ich hatte diesen Titel gewählt, weil das Anliegen der wahrhaftigen Dekabristen darin bestand, eine Welt, die für sie an Unrecht bereits überfüllt war, zum besseren zu wenden. Hierfür wollten sie vor allem auf den Geist der Zeit in ihrem Land Einfluss nehmen. Als die Umstände einige von ihnen dazu nötigten, den Protest öffentlich zu machen, waren sie unfähig, Gewalt zu organisieren (bis auf Ausnahmen). Sie nahmen freiwillig Tod, Verbannung und Leid auf sich, da sie wussten - alle schauen auf uns und werden sagen:

"Seht, da waren Menschen, die es wagten, kühn zu sagen: SO GEHT ES NICHT WEITER! NICHT MIT UNS!" ...und so bekam die Figur des Jesu Christi Brüder, denn sie taten, was ihr Gewissen ihnen befahl und unterließen, was ihnen christliche Nächstenliebe verbat.

Warum musste diese Frau (s. Bild oben) im Jahr 1826 bei stärkstem Frost die Newa passieren, um ihren Liebsten zu sehen? Wieso saßen die besten Söhne Rußlands hinter dicken Mauern? Weshalb musste ein großer Dichter hängen und ein anderer zittern, während ein weiterer die Antwort nach dem Sinn seines Schicksals suchte? Wie groß waren die Opfer am Anfang der demokratischen Entwicklung Europas in Rußland? In welcher Verantwortung steht jede Politik, steht die Macht? Diese Fragen stellten sich vor 200 Jahren die jüngsten und talentiertesten Männer des russischen Imperiums, zur Zeit der französischen Utopisten um Fourier. Sie waren voller Stolz, denn sie hatten Napoleon besiegt. Jetzt wollten sie den Atem einer neuen "Russischen Wahrheit", den Atem der Freiheit in alle Hütten tragen - und scheiterten... Abgesehen von der Tragik ihres Lebens, nötigt ihr Schicksal noch heute jedem Respekt ab, der sich ein wenig mit ihnen beschäftigt. Ihre Namen bilden den Glorienschein eines großen Kulturbodens, auf dem der Geist eines Puschkin, eines Leo Tolstoi und vieler anderer erblühte, auf dem Wirtschaft, Bildung und Kunst gediehen. Sie sind das Edelste, was die Menschheit nach Jesus von Nazareth hervorgebracht hat und bedeuten uns, dass echte Demokratie auch den Einsatz der Herzen verlangt.

Yale Universität in New Haven / USA (s. Orbis-Katalog)

Universität von Chicago / USA (Regenstein Bookstocks)

Universitätsbibliothek Wien / Österreich

Universitätsbibliothek Bern / Schweiz

Universitätsbibliothek Basel (Schweiz)

Bayrische Staatsbibliothek in München

Bibliothek der Universität Heidelberg

Universitätsbibliothek der Stadt Bremen

Philipp-Universität Marburg

Bibliothek des Slawistischen Institutes der Universität Leipzig

und selbstredend die DNB Frankfurt/Main und Leipzig

von Dekabr (russ.) - Dezember, weil der militärische Aufstand am 14./26. Dezember 1825 stattfand (das erste Datum steht für den julianischen,das zweite für den gregorianischen Kalender). Der Begriff wurde erstmals von Nikolai I. in dessen Korrespondenz mit seinem Bruder Konstantin Pawlowitsch (Warschau) geprägt, um einen Sammelbegriff zu finden, unter dem er "diese Wahnsinnigen" irgendwie bezeichnen konnte, deren Motivation zu Anfang noch nicht klar war und erst während der Untersuchung, bzw. der Zwangsarbeit/Verbannung mehr und mehr zum Impuls eines inneren Widerstandes wurde, aus dem heraus die öffentlich "Entehrten" (de facto aber hoch Verehrten!) Kraft schöpften, um positiv auf ihre Umgebung zu wirken. Damit schufen sie ein einzigartiges Beispiel für menschliche Selbstbestimmung - fern aller Konventionen und nach den Regeln reiner Menschlichkeit. Die provisorische Bezeichnung wurde später von der Allgemeinheit übernommen, weil sie politisch wertfrei ist. Die Helden der Bewegung gelten vielen Intelletuellen Rußlands als Apostel einer neuen Zeit, als Künder einer Volksgemeinschaft nach den Prinzipien Leistung und Solidarität. Die weitere kulturelle und literarische Entwicklung Rußlands (nach Puschkin) ist ohne die Vorbildwirkung der (echten!) Dekabristen nicht denkbar. Sie zählen zum kostbarsten Besitz edler menschlicher Denkungsart - nicht nur für Rußland... Und das Schönste ist daran, sie wärmen unsere Herzen - auch heute noch, als stehe die Zeit seit damals irgendwie still ...!
hc 604 Seiten (54,00 EUR); erstmals in deutscher Sprache vorliegendes "Alphabet" maßgeblicher, am Aufstand von 1825 beteiligter Personen, sowie jener, die darüber zu Gericht saßen und deren Umkreis - in Erweiterung des sog. Borowkow-Alphabetes, zzgl. div. Texte zu einigen der im Lexikon erwähnten Personen

Die Pilotausgabe des Dekabristen-Lexikons wurde u.a. von folgenden Bibliotheken bestellt:

Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald (FB Slawistik)

Universitätsbibliothek Lübeck

Bibliothek der Universität Heidelberg

Staats-und Universitätsbibliothek Bremen

Europäisches Übersetzer Zentrum in Straehlen / NRW, sowie:

Bayrische Staatsbibliothek

Universitätsbibliothek Salzburg

Auf Abruf heißt: nach Eingang der Bestellung bringe ich das Manuskript auf den neuesten Stand, lasse es drucken und schicke das gewünschte Exemplar an Ihre Adresse. Dauer: 10-12 Tage (so viel Zeit muss sein).

1. Buch: Dokumente zur Vorgeschichte des Dekabristenaufstandes

Teil 1 - Erinnerungen der Dekabristen

Teil 2 - Erinnerungen von Zeitzeugen

2. Buch: Dokumente zum Dekabristenaufstand

Teil 1 - Der Aufstand in St. Petersburg am 14. Dezember 1825

Teil 2 - Der Aufstand in der Ukraine zur Jahreswende 1825/26 sowie die (vergeblichen) Bemühungen der Kameraden in Moskau

3. Buch : Dokumente zu Verhaftung, Verhören und Verurteilung der Dekabristen

Teil 1 - Die Verhöre

Teil 2 - In Haft

4. Buch: Dokumente zu Zwangsarbeit, Ansiedlung in Sibirien und Militärdienst der Dekabristen im Kaukasus

Teil 1 - Erinnerungen der Dekabristen an Sibirien

Teil 1a: Artikel und Erinnerungen von Zeitgenossen und div. Autoren über das Leben der Dekabristen in Sibirien

Teil 2 - Erinnerungen der Dekabristen an den Kaukasus

5. Buch: Die Korrespondenz der Dekabristen

Der Band enthält Briefe von:
Alexander, Michail und Nikolai Bestushew,Iwan Gorbatschewskij, I. Pustschin, Sergei Trubeztkoi, Iwan Burzew, Matwei Murawjow u.a.
- vor dem Aufstand (Teil 1)
- Während der Zeit ihrer Haft und während der Zwangsarbeit (Teil 2)
- Während der Zeit ihrer Ansiedlung in Sibirien und im Kaukasus (Teil3)

6. Buch: Aus dem schriftlichen Nachlass der Dekabristen

Teil 1 - Texte bis zum Dekabristenaufstand

Teil 2 - Texte ab 1826 (u.a den Artikel A. von Wisins zur Kritik der "Russischen Geschichte" von Enneaux, erschienen zu Paris im Jahr 1836)

Teil 3 - Zur Rezeption des literarischen Wirkens einiger Dekabristen

Wird z.Zt. nur auf Anfrage per Vorkasse geliefert

 

 

 

 

Auswahl von Titeln, die in deutscher Sprache zum Thema erschienen:

 

Alexander Bestushew (Marlinski): "Fregatte Nadeshda"; Brandenburgisches Verlagshaus 1990 (256 Seiten mit Abbildungen)

Alexander Bestushew (Marlinski): "Eine Reise nach Reval", Verlag Rütten & Loening, Berlin 1992 (192 Seiten mit 12 zeitgenössischen Illustrationen)

Alexander Brückner "Die Europäisierung Russlands" (wird derzeit im Reprint bei AMAZON angeboten!, ebenso seine "Literatur Russlands")

N.J. Edelmann "Verschwörung gegen den Zaren" (Pahl-Rugenstein)

J. D. Jakuschkin "Memoiren" ebenso jene von S. Wolkonsky und J. Obolensky in der Anthologie "Aus der Dekabristenzeit" des Gutenberg-Verlages Hamburg, 1907) - 2017 bei "KÖHLERBUCH"  ergänzt durch weitere Texte und viele Briefe

 

Aus einem Brief Michail Bestushews anno 1869:

 

"Habt Ihr die interessanten Aufzeichnungen von I. D. Jakuschkin schon gelesen? Was Bescheidenheit, Klarheit und Wahrheitsgehalt betrifft, so glaube ich.., daß dies das Beste ist, was je von einem unserer Kameraden geschrieben wurde."


Wilhelm Küchelbecker: "Über die Entwicklung in unserer Poesie" und "Vorlesung über russische Sprache und russische Literatur" (22 Seiten)

Kondrati Rylejew: "Einige Gedanken über die Poesie" (8 Seiten)
(letztere Arbeit wurden 1975 von Gerhard Dudek in dem Titel "Die Dekabristen - Dichtungen und Dokumente" beim Insel-Verlag Leipzig publiziert), ebenso

Nikolai Gneditsch: Rede über die Bestimmung des Dichters sowie 1 Traktat (18 Seiten) und

Alexander Ulybschew: "Der Traum"

Tynjanow "Küchelbecker" und "Der Tod des Wesir Muchtar" (zu Griobojedow)

Bulat Okudshawa "Awrossimow" (zur Arbeit der Untersuchungskommission)

Sergei Wolkonsky "Die Dekabristen" (Europäischer Geschichtsverlag Paderborn)
Ganz oben in der Beliebtheit stehen nach wie vor

"Die Erinnerungen der Fürstin Maria Wolkonsky" (Buchverlag der Morgen, Insel-Verlag)

Im September 2017 bei BoD erschienen!

Insgesamt gibt es zur Bibliographie der Dekabristen bis 1976 exakt 11.836 Einträge (also Titel und Beiträge zum Thema), die alle durchzuarbeiten, mehr als eine Zumutung bedeutet. Aus diesem Grunde beschränke ich mich auf Titel, die in einem gewissen Zusammenhang mit meiner Edition stehen.
N.N. Murawjow "Reisen nach Turkmenien und Chiwa in den Jahren 1819-1821"
Reinhold Schletzer Verlag, Berlin (ISBN 3921539242)
Wladimir Brjuchanow "Die Verschwörung des Grafen Miloradowitsch", erschienen im Verlag ASTREL in Moskau 2004. Der Autor bemüht sich um eine originelle Darstellung der Umstände und Intrigen, die zum Aufstand des 14. Dezember 1825 führten, dessen Scheitern er jenen anlastet die schlichtweg unprofessionell gearbeitet haben. Dabei erfährt man einige wissenswerte Details, die meinen persönlichen Eindruck der humanen Bestrebungen des Kerns der Dekabristen aber nicht beeinflusssen.
unbekannter Maler um 1820

Die Tochter der Nichte Potjomkins, A.W. Branitzkaja (geb. Edelmann), auch bekannt als jene Fürstin Woronzowa, der Alexander Puschkin in Odessa huldigte. Sie war verwandt mit dem Geschlecht der Potockis und Schwiegermutter einer Trubetzkaja.

Nicht uninteressant ist auch, daß Margarita Woloschin, die Leo Tolstoi noch persönlich kannte, aus dem Stamm der Familie Sabaschnikow war. Nikita F. Sabschnikow (1785-1854?) war der Vater von Agnia Starzew (die Großtante von Margarita Woloschin), jener Frau, die sich der Kinder von Nikolai und Michail Bestushew annahm: Alexei und Lolja. Ersterer ist noch heute in Ostsibirien eine Berühmtheit.

 

 

 

"Erinnerungen" (Buch 19) ISBN : 978-3-7418-0611-7

 

Die Aufzeichnungen und Erzählungen des Nikolai Bassargin (344 Seiten; 28,40 EUR),

 

 

 

 

zu Buch 08 der Edition:

"Die Familie des Fürsten Grigorij Wolkonsky"
Porträt einer Familie  (ISBN: 9783737595346)

ISBN 978-3-7375-6852-4 (50,- E)

Wer dieses Buch nicht gelesen hat, scheint für den Rest seines Lebens gestraft zu sein. Mit sprachlicher Eleganz berichtet der Lehrer von Marina Zwetajewa, ein Vertreter der russischen Hocharistokratie und Enkel von Maria Wolkonsky, von den Höhen und Tiefen seines engagierten Lebens.

Titel der englischsprachigen Ausgabe "My reminescences"; 2 Bände 100 $
Foto: Vincey
(Interessenten können auch eine Mail senden an: Koehlerbuch@web.de)
Abb. um 1810: Zar Alexander I. mit Gemahlin
(unbek. Maler der Zeit)

Abbildung oben: Blick auf die Newa (Ausschnitt), Maler: Alexander Beggrow (1841 - 1914); Quelle: wikimedia.common.ru

 

 

Der Dekabrist S.P. Trubetzkoi schrieb um 1830: "Zu allem Unglück sind die gesellschaftlichen Verhältnisse in Russland noch immer so organisiert, daß allein das Militär, und dies ohne Rücksicht auf die Volksmeinung, darüber bestimmt, wer in Russland regiert..." Natürlich standen seine Worte damals in einem anderen Zusammenhang, als wir dies heute verstehen. Nachdenken sollte man darüber trotzdem...

 

Bild unten: die  Buchhandlung Winsmann im Jahr 1990/91 in Dresden

Ich selbst bin seit Oktober 2017 Mitglied des HidEA Lesehilfe e. V. (Lese-Mentor)